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Ein neues Spiel im Internet – Ärztebeurteilung

Ärzte werden beurteilt. Das war schon immer so. Familienangehörige und Freunde haben unter einander Informationen ausgetauscht. „Der ist immer so nett – ich brauchte gar nicht lange warten – hat besonders hübsche Helferinnen – der  Arzt hatte Schmutzflecken auf der Hose“ …  usw.

Gelegentlich kamen auch konkrete Details zur Sprache – eher über Unerfreuliches als über positive Besonderheiten. Nur eins blieb unklar: die Kompetenz der Ärzte und deren verantwortungsvolle Umsetzung in der tagtäglichen medizinischen Behandlung. Denn dieser Aspekt entzieht sich der Beurteilung durch Laien.

Daran hat auch das Bewertungsportal der Krankenkassen nichts geändert. Die subjektiven Eindrücke zu den weichen Themen des Praxisalltags finden jetzt lediglich eine größere Öffentlichkeit. Andererseits muss diese öffentliche Kritik auf ’politisch korrekte‘ Formen zurück genommen werden, weil sonst die Ärzte nicht mitspielen, die sich einfach aus dem Portal ausklinken können.

Der interessierten Patientenöffentlichkeit wird in Ermangelung echter Qualitätskriterien ein Pseudowerkzeug angeboten – deutlicher: ein Spielzeug zur Selbstbefriedigung. Patienten, die einen Arzt suchen,  interessieren sich sicher auch für Ambiente und die agierenden Menschen in der Praxis. Ihr Kerninteresse liegt nach wie vor auf der Frage nach der Qualität des Behandlungsergebnis.
Das dürften auch spielfreudige Patienten bald durchschauen.

Dr. Armin Jäkel

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