Carlshöhe – TruDent ist umgezogen
Zum 1. Mai 2011 – “Alles neu macht der Mai” – bezog die Firmenzentrale neue Geschäftsräume in Eckernförde Carlshöhe. Die Postadresse lautet jetzt:
TruDent AG
Carlshöhe 36
24340 Eckernförde
Wir haben uns personell und räumlich etwas vergrößert und sind in das frisch renovierte und umgebaute “Haus Jungmann” der ehemaligen Kasernenanlage der Marinefernmeldeschule eingezogen.
Damit schließt sich ein Kreis. Von 1978 bis zur Niederlassung in eigener Praxis 1980 habe ich als junger Zahnarzt in eben diesem Gebäude auf der ersten Etage die Zahnstation für die Marine geführt, die dort Rekruten in der Grundausbildung hatte.
Da Renovierung und Umbau unter den Vorgaben des Denkmalschutzes durchgeführt werden mussten, sehe ich meinen täglichen Arbeitsablauf noch vor mir:
Auf dem Korridor vor der Tür der Ein-Stuhl-Station warteten die Patienten auf langen Bänken. Sie waren meist auf meine Anforderung hin vom Spieß der Rekrutenkompanien geschickt worden, sich die damals noch häufigen Wurzelreste, abgebrochenen Zähne etc. entfernen zu lassen. Es roch nach Linoleum und Bohnerwachs.
Um die ‘kleine Chirurgie’ effizient und systematisch abarbeiten zu können, hatte ich zusätzliche Raspatorien, Hebel, Karpulenspritzen und Nierenschalen beschafft. Scharfe Löffel gab es aus irgendwelchen Gründen genug.
Die Patienten hatte ich aus der Einstellungsuntersuchung herausgefischt, ihnen erklärt, dass Soldaten eine Pflicht zur Gesunderhaltung haben und sie um eine Behandlung nicht herum kämen.
Schließlich meldeten sie sich – vom Spieß in die Station befohlen – zur eingehenden Untersuchung und Behandlung an. Serienweise wurde geröntgt, anästhesiert und der jeweilige Patient mit einer Nierenschale, in der seine Instrumente lagen, wieder auf den Flur gesetzt bis der Arbeitsplatz wieder bereit war für den nächsten in der Reihe.
Es gab sicher Vormittage, an denen wir – die außerordentlich umsichtige und tüchtige Zahnarzthelferin Ingrid Nieländer und ich – zwischen 20 und 30 Wurzelreste entfernt haben. Für Weisheitszähne und palatinal verlagerte obere Canini gab es individuelle Termine am Nachmittag.
Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass ich gelegentlich auf die Hilfe eines älteren Kollegen und Freundes, Dr. Gerd Paulsen aus Eckernförde, zurückgreifen konnte, wenn ich etwas selbst noch nicht konnte oder ein Problem zu groß schien. Er war jederzeit bereit, seine Zeit einzusetzen, um mir OP-Techniken im gemeinsamen Arbeiten zu zeigen oder mir den passenden Ratschlag zu geben.
Dr. Paulsen hat das nicht in erster Linie für mich getan, auch wenn wir ein freundschaftliches Verhältnis pflegten. Er tat das, weil ihm Patienten, leidende Menschen, am Herzen lagen. Für sie stand er nächtens auf und fuhr in seine Praxis, um sie von Schmerzen zu befreien. Für sie arbeitete er in langen Überstunden ohne zu murren. Inzwischen lebt Gerd Paulsen schon lange nicht mehr. Aber ich denke oft an ihn und seine vorbildliche Einstellung zu seinem Beruf als Arzt zurück.
Das alles geht mir durch den Kopf, wenn wir nun “auf der Carlshöhe” tätig sind. Inzwischen arbeite ich nur noch aus besonderer Veranlassung direkt am Patienten. Meine Hauptaufgabe ist nun die fachliche Leistung der TruDent AG, die sich darum kümmert, dass Zahnärzte und Patienten in fairem Miteinander zu guten Behandlungsergebnissen kommen. Eine Zahnarztpraxis kann man nicht, jedenfalls nicht lange, auf karitativer Basis führen. Aber ein Patient, der sich voller Hoffnung und Vertrauen in unsere Hände begibt, braucht die Sicherheit einer rundum guten Behandlung. Er soll mit einem Zugewinn an Gesundheit, Lebensfreude und Zahnästhetik aus der Praxis kommen.







