Lieber das altbekannte Unglück als das unbekannte Glück

5. Oktober 2010
Nichts hasst das menschliche Gehirn mehr als Veränderungen. Sogar dann, wenn die augenblickliche Situation subjektiv als unangenehm empfunden wird. Da kommt jede Begründung recht, im alten Muster zu verharren.Neurologen erklären das so: durch das Festlegen von Routinen – Beanspruchung immer der selben Synapsen – schafft das Gehirn sich freie Kapazitäten für andere Dinge. Dabei wird auch eine niedriggradige Veränderung zum Schlechten kaum wahrgenommen, wie das Beispiel des „gekochten Froschs“ zeigt: ein Frosch, der in heißes Wasser gesetzt wird, springt nämlich mit einem Satz aus dem Topf. Wenn er in kühlem Wasser eingesetzt wird, das nur allmählich erwärmt wird, bleibt er angeblich sitzen bis er gar ist. (Anm.: habe ich nicht selbst ausprobiert wg. „armer Frosch“ usw.)

Dass auch der Mensch „ein Gewohnheitstier“ ist, sagen diverse Sprichworte mehr oder weniger deutlich. Wir halten uns bloß zugute, einen klugen Verstand zu haben und damit rationale Entscheidungen zu fällen, wenn es um wichtige Dinge geht.

Meine Beobachtung entspricht eher der Überschrift. Interessanterweise ist es trotzdem nicht der Bauch, der uns leitet, sondern gerade unser Gehirn, das sich die Dinge einfacher macht und uns auf den ausgetretenen Pfaden hält.

Dr. Armin Jäkel

 

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